Hubert Würsch im “Stans!” Nr. 142, Juli/August 2025
Es ist eine Binsenweisheit: Die einzige Konstante im Leben ist der Wandel. Mögen Sie Veränderungen? «Klar, ein Lottogewinn wäre eine willkommene Veränderung. Würde hingegen ein Meteorit die Schweiz treffen , dann lieber nicht», denken Sie jetzt vielleicht. Beides ist eher unwahrscheinlich. Tatsächlich begleitet uns der Wandel meist im Kleinen; wenn zum Beispiel unter den rund 100’000 Kopfhaaren das erste graue erscheint – und natürlich sofort ausgerissen wird.
Manchmal sind es grössere Veränderungen, die uns direkt betreffen. Einige führen wir selbst herbei, etwa wenn wir uns für eine Weiterbildung entscheiden und danach die Arbeitsstelle wechseln. Andere Veränderungen lassen sich kaum oder gar nicht beeinflussen. So wurde ich letzten Herbst informiert, dass ich ab Dezember für die zurücktretende Eva Maria Odermatt in den Landrat nachrücken darf. Hoppla!
Ich finde politische Arbeit wichtig, gerade weil alles im Wandel ist. Es entstehen neue Bedürfnisse (wie geregelte Bike-Wege) oder neue Herausforderungen (Klimawandel oder bezahlbarer Wohnraum). Auch gesellschaftliche Werte und Strukturen (z.B. Inklusion, Überalterung der Bevölkerung) sowie wirtschaftliche Rahmenbedingungen (wie globale Lieferketten, Fachkräftemangel) ändern sich. Für jede Herausforderung braucht es neue Lösungen, und diese werden politisch verhandelt. Auch bei uns in Nidwalden, im Landratssaal zu Stans.
Was mich dabei besonders beschäftigt: Wie stark sich die politische Kultur in kurzer Zeit verändert hat. Statt tragfähige Lösungen im Konsens zu finden, rücken Eigeninteressen in den Vordergrund. An die Stelle von Dialog und Zusammenarbeit tritt oft die Macht des Stärkeren. Das birgt aus meiner Sicht ein erhebliches Konfliktpotenzial.
«Die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen», so steht es in der Schweizer Bundesverfassung. Weil mir dieser Grundsatz etwas Wert ist, setze ich mich im Landrat für Menschen ein, die weniger Möglichkeiten haben, ihre Situation aus eigener Kraft zu verbessern . Ich engagiere mich dafür, dass von den politischen Entscheiden im Parlament – wie aktuell die Revision des Steuergesetzes – nicht nur wenige, sondern möglichst alle profitieren . Und auch dafür, dass junge Menschen die notwendige schulergänzende Unterstützung erhalten, die sie in dieser komplexen, sich rasant wandelnden Welt brauchen.
Selbst wenn weit weg ein politischer Meteorit einschlägt – wir haben mit der Demokratie in der Schweiz den Lottosechser gezogen. Wir können Veränderungen selbstbestimmt und verantwortungsvoll gestalten. Nutzen auch Sie diese Möglichkeit zur politischen Mitgestaltung – als Stimmbürgerin und Stimmbürger von Stans: an der Gemeindeversammlung, bei den Abstimmungen und besonders bei den Wahlen. Vielen Dank!