Medienmitteilung: SP fordert klare Zusagen für die Spitalversorgung in Nidwalden – ‚Keine Entscheidungen über unsere Köpfe hinweg!‘
Pressemitteilung 27.02.2026
„Das neue Spital Nidwalden darf nicht zu einer teuren Immobilie ohne garantierte medizinische Grundversorgung werden!“
Die SP-Landräte Daniel Niederberger und Hubert Würsch haben heute eine Interpellation an den Regierungsrat eingereicht, in der sie klare Antworten fordern, wie der Kanton sicherstellt, dass das neue Spital die gesetzlich verankerten Leistungen (Notfallversorgung, Geburtshilfe, Chirurgie, Innere Medizin) tatsächlich erfüllt, und dass die Bevölkerung bei allfälligen Anpassungen mitreden kann.
Warum jetzt? Standortsuche läuft – medizinische Zukunft unklar
Aktuell wird nach Standorten für den Spitalneubau gesucht. Doch während die Bauplanung voranschreitet, fehlt eine öffentliche Debatte darüber, welche medizinischen Leistungen das neue Spital tatsächlich anbieten wird. „Das Spitalgesetz schreibt zwar vor, dass Nidwalden ein Akutspital der erweiterten Grundversorgung bleiben muss“, sagt Daniel Niederberger. „Doch die Erfahrung aus anderen Kantonen zeigt: Ohne klare politische Vorgaben werden Leistungen schleichend reduziert – wie in Interlaken, wo die Geburtshilfe geschlossen wurde, oder in Frutigen, wo Kapazitäten reduziert wurden.“
„Das darf in Nidwalden nicht passieren!“, betont Hubert Würsch. „Der Kanton muss jetzt klare rote Linien ziehen.“
Die zentralen Forderungen der SP-Interpellation
1. Verbindliche Garantien für die Grundversorgung
- Wie stellt der Regierungsrat sicher, dass Notfallversorgung, Geburtshilfe, Chirurgie und Innere Medizin im Neubau baulich und vertraglich verankert werden?
- Welche Mindestkapazitäten werden festgeschrieben?
2. Öffentliche Diskussion bei Anpassungen
- Ist der Regierungsrat bereit, allfällige Reduktionen von Leistungen vorab öffentlich zu diskutieren?
- Würde er eine Volksabstimmung über grundsätzliche Änderungen des Versorgungsauftrags für sinnvoll erachten?
3. Transparenz und politische Mitsprache
- Wann und wie wird der Landrat über die medizinische Ausgestaltung des Neubaus informiert?
- Ist die Regierung bereit, zentrale Eckwerte politisch beschliessen zu lassen?
4. Lehren aus anderen Spitälern
- Welche Massnahmen ergreift der Kanton, um zu verhindern, dass Nidwalden ein ähnliches Schicksal wie Interlaken oder Frutigen erleidet?
„Die SP steht für Mitsprache – nicht für Entscheidungen über unsere Köpfe hinweg!“
„Es geht nicht darum, wirtschaftliche Realitäten zu ignorieren“, sagt Niederberger. „Aber wenn Leistungen angepasst werden müssen, dann muss das offen diskutiert, und nicht hinter verschlossenen Türen entschieden werden.“ „Ein Spital ist Daseinsvorsorge. Seine Zukunft darf nicht allein von wirtschaftlichen Überlegungen oder Verwaltungsentscheiden abhängen“, ergänzt Würsch.
Die Interpellation fordert daher, dass der Regierungsrat Stellung bezieht, ob er die Bevölkerung in solche Entscheidungen einbindet.
Daniel Niederberger & Hubert Würsch
Landräte SP Stans